Flandern

 

Das alte Flandern und das Meer sind unlösbar miteinander verbunden. Der Name Flandern stammt von der altflämischen Bezeichnung des oft über 10 km breiten, später eingepolderten Überschwemmungsgebietes zwischen Meer und Festland. Seine günstige Lage in der Mitte Europas, zwischen Nord-, Mittel- und Südeuropa, brachte einen sich ständig hebenden Wohlstand mit sich. Im Mittelalter wurde Flandern das Zentrum des europäischen Handels und der Textilindustrie (besonders Tuche) mit Städten wie Brügge, Ypern und Gent. Ende des 15. Jahrhunderts verschob sich das Zentrum nach Antwerpen.

Flandern musste auch dauernd fremde Herrscher auf seinem Territorium dulden: die Römer, die Franken, die Franzosen, die Burgunder, die Spanier, die Österreicher, wieder die Franzosen, die Holländer, bis 1830 das Königreich Belgien gegründet wurde. Noch war Flandern nicht frei, denn es lebte unter dem Joch des französisch-sprachigen Bürgertums. Französisch war nämlich schon seit der burgundischen Zeit die Amtssprache. Flämisch war die Sprache der niederen Bevölkerungsschichten. Das Blatt aber wendete sich . Nach langem Kampf rangen die Flamen  Gleichberechtigung ab. Das arme Flandern des 19. Jahrhunderts wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts eine der blühenden Regionen auf Erden. Die Flamen setzten auf neue Technologien, Dienstleistungen und die günstige Lage ihres Landes. Aber auch die touristische Branche prosperiert, denn in den Altstädten von Brügge, Gent, Antwerpen, usw. begegnet der Besucher der Vergangenheit an allen Ecken. Das Flachland im Westen geht im Süden und in Ostflandern und Brabant in sanfte Hügel über, und im Norden findet der Naturliebhaber herrliche Fichtenwälder und fast unberührte Heidelandschaften.

 

Fläming

 

 

Sanfte Hügel, ausgedehnte Wälder, versteckte Dörfer, umgeben von farbenprächtigen Wiesen und Äckern, verleihen dem Fläming seinen ureigenen Charakter. Als nördlichste Erhebung Deutschlands vor dem Meer durchzieht der waldreiche Fläming mit Hügeln bis zu 200 m ü. NN die Region östlich von Magdeburg, nördlich von Wittenberg, südlich von Beelitz bis nach Dahme. Der Wanderer findet als Überbleibsel der letzten Eiszeit am Wegesrand allerorten Steine, die dorthin zusammengetragen wurden, und nicht selten liegen auch mächtige, tonnenschwere Findlinge als steinerne Zeugen der Naturgewalten in den Kiefern- und Laubwäldern.

Als Reiseregion umfasst der Fläming eine größere Fläche als der geographische, und zwar die fünf Landkreise Anhalt-Zerbst, Jerichower Land, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Wittenberg in den beiden Bundesländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bahn oder Bus – der Fläming bietet eine interessante Mischung von Natur pur, lebendigem Handwerk und traditionellem Brauchtum. Etwas Besonderes ist die Flämingtracht, die heute wieder zu Heimatfesten, dem Wittenberger Altstadtfest und dem Fläming-Frühlingsfest getragen wird

 

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